30 Minuten außerhalb des Fliegers – diese wahre Story sprengt jede Vorstellungskraft


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Held mit schnellen Händen

Flugbegleiter Nigel Ogden, der gerade beim Service war, hörte den Knall und rannte los. Er sah nur noch die Beine seines Kapitäns, die aus dem Cockpit ragten. Ohne zu zögern stürzte er sich nach vorn, warf sich über das Steuerhorn und packte Lancaster mit beiden Händen – gerade noch rechtzeitig.

„Sein Hemd war vom Rücken gerissen, sein Körper krümmte sich nach oben, fast über das Dach der Maschine,“ erinnerte sich Ogden später. „Seine Beine hatten den Autopiloten deaktiviert. Die Flugzeugtür schlug gegen die Steuerung, wir stürzten mit über 650 km/h.“

Er hielt ihn. Mit aller Kraft. Minutenlang.

Doch Ogdens Kräfte ließen nach. Hilfe kam von den Kollegen John Heward und Simon Rogers. Rogers schnallte sich an einen Sitz und sicherte Lancaster mit einem Gurt. Drei Crewmitglieder hielten gemeinsam fest – 20 Minuten lang. Denn obwohl der Kapitän nicht ansprechbar war, durfte er auf keinen Fall losgelassen werden.

Wenn er losgelassen worden wäre, hätte sein Körper ins Triebwerk geraten können – was einen Totalverlust des Flugzeugs bedeutet hätte.

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Ein Co-Pilot allein gegen den Himmel

Währenddessen übernahm Co-Pilot Alistair Atchinson allein die Steuerung. Inmitten des Chaos funkte er „Mayday! Mayday!“ – und steuerte den schwer beschädigten Jet in Richtung Southampton, dem nächstgelegenen Flughafen.

Hinten im Flieger versuchten Ogden und Kollegin Sue Prince die Passagiere zu beruhigen. „Brace! Brace!“ – sie mussten sich auf eine Notlandung vorbereiten.

Trotz allem: Die Landung war weich. Sanft fast. „Er hat diese Maschine perfekt runtergebracht,“ sagte Ogden später.

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Eine Überlebensgeschichte wie keine andere

Captain Lancaster überlebte – mit gebrochenen Knochen, Erfrierungen und vielen Blessuren. Doch 20 Minuten lang hing er draußen im Wind, bei Minusgraden, mit weit aufgerissenen Augen und dem Kopf schlagend gegen die Außenhaut des Flugzeugs. Und doch: Er überlebte.

Wie sich später herausstellte, hatten Mechaniker beim Austausch der Scheiben im Cockpit zu kleine Schrauben verwendet. Sie hielten nur noch an den Gewindespitzen – bis sie dem Druck nicht mehr standhielten.

Lancaster ließ sich von dem Vorfall nicht entmutigen. Fünf Monate später saß er wieder im Cockpit – im selben Flugzeugmodell. Er flog bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003 bei British Airways und danach noch fünf Jahre bei EasyJet.

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