Angekettet und verhungert, doch ihr Welpe weicht nicht von ihrer Seite


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Was Tierverhaltensforscher zu diesem Verhalten sagen, ist erschütternd: Welpen die in den ersten Lebenswochen Vernachlässigung und Gefahr erleben, entwickeln laut einer Studie der Universität Budapest eine überdurchschnittlich starke Schutzreaktion gegenüber der Mutter. Das Gehirn des Welpen hatte den Stress in einen Überlebensmechanismus umgewandelt — Rico schützte Luna weil es das Einzige war was er tun konnte.

Die Kette die Luna festhielt war so eng um ihren Hals geschlossen dass sie tiefe Wunden hinterlassen hatte. Das bedeutete: Sie war nicht erst seit Tagen angekettet. Es waren Wochen.

Wer Luna angekettet hatte — und warum — blieb zunächst ungeklärt. Aber die Ermittlungen brachten eine Wahrheit ans Licht die noch erschreckender war als erwartet…

Die Ermittlungen der Tierschutzbehörde ergaben dass Luna einem 34-jährigen Mann gehört hatte der die Stadt verlassen hatte — ohne sie. Nicht aus Not, nicht aus Verzweiflung. Aus Gleichgültigkeit. Er hatte einfach eine neue Wohnung gefunden, die keine Hunde erlaubte, und Luna in der Garage zurückgelassen. Mit Absicht. Mit Kette.

Er wurde wenige Wochen später ausfindig gemacht und angezeigt. Das Verfahren läuft.

Aber das eigentliche Wunder dieser Geschichte ist nicht die Strafe. Es ist Rico.

Niemand weiß bis heute mit Sicherheit wer Ricos Vater war oder wie der Welpe in diese Garage gelangte. Die wahrscheinlichste Erklärung der Tierärztin: Luna muss in den Wochen ihrer Gefangenschaft geworfen haben — und Rico war das einzige Jungtier das überlebt hatte. Er war in dieselbe Dunkelheit hineingeboren worden wie die in der seine Mutter gefangen war. Er kannte nichts anderes.

Und trotzdem — oder vielleicht genau deshalb — hatte er sich entschieden zu bleiben.

Der Verhaltensbiologe Dr. Jan Böhm fasste es in einem Interview so zusammen: „Tiere kennen keine philosophische Entscheidung. Aber sie kennen Bindung. Und Bindung unter extremem Stress ist die reinste Form die es gibt.“

Luna und Rico wurden gemeinsam aufgepäppelt. Vier Wochen Intensivpflege, tägliche Wundversorgung, langsamer Aufbau von Vertrauen. Und jeden einzelnen dieser Tage — lag Rico an Lunas Seite.

Im letzten Kapitel erfährst du wie die Geschichte von Luna und Rico endete — und warum sie dich vielleicht für immer verändern wird.

Luna und Rico wurden nach acht Wochen gemeinsam vermittelt — die Pflegefamilie hatte von Anfang an klargemacht: Entweder beide oder keiner. Sie leben heute in einem Haus mit Garten, schlafen auf demselben Hundebett, fressen aus derselben Schüssel wenn man nicht aufpasst.

Luna hat wieder Fell. Rico hat aufgehört, nachts aufzuspringen bei jedem Geräusch.

Es hat Zeit gebraucht. Aber sie sind heil.

Auf der nächsten Seite geht es weiter…


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